Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Naturstoffe aus Actinomyceten

Die Ausbreitung von Resistenzen gegen herkömmliche Antibiotika und das Auftreten multiresistenter Bakterien wie MRSA und VRE sind eine der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Daher ist es unumgänglich, neue Substanzen zu finden oder neue Strategien zu entwickeln, um diese Resistenzen zu überwinden.

Actinomyceten sind eine bewährte Quelle insbesondere antiinfektiver  Naturstoffe. Ein großer Teil der heutzutage eingesetzten Antibiotika und  Antimykotika wurde aus Actinomyceten entdeckt (z.B. Vancomycin,  Erythromycin, Tetracyclin, Amphothericin B, Nystatin). Deshalb arbeiten wir in einigen Projekten mit diesen Mikroorganismen.


MiMo_ALe - Antiinfektiva aus marokkanischen Actinomyceten

Ziel dieses Vorhabens ist die Isolierung und Charakterisierung antiinfektiver Sekundärmetabolite aus diesen Mikroorganismen. Nach der Isolierung neuer Stämme aus bisher unzureichend untersuchten marokkanischen Habitaten (z.B. Endophyten marokkanischer Heil- und Gewürzpflanzen und Makroalgen) werden die isolierten Stämme in Zusammenarbeit mit unseren marokkanischen Partnern auf biologische Aktivität untersucht. Vielversprechende Stämme werden anschließend im größeren Maßstab kultiviert. Nach Extraktion werden die für die biologische Aktivität verantwortlichen Substanzen isoliert, ihre Struktur aufgeklärt und die biologische Aktivität detaillierter charakterisiert.

Dabei stehen insbesondere Substanzen mit Wirkung gegen  multiresistentze krakheitserregende Bakterien und Pilze im Mittelpunkt  der Untersuchungen.

Das Projekt wird vom BMBF finanziell unterstützt und von Dominik Wichner bearbeitet.

Kooperationen:

  • Prof. Dr. Mustapha Barakate; Cadi Aayyad University, Marrakesch, Marokko
  • Prof. Dr. Heike Brötz-Oesterhelt; Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin, Universität Tübingen

Quorum-Sensing-inhibierende und antibakterielle Naturstoffe

Die Hemmung bakterieller Virulenz durch Inhibierung der bakteriellen Kommunikation (Quorum Sensing) ist ein innovativer Ansatz für die Entwicklung neuartiger Antiinfektiva. In diesem Projekt suchen wir aber auch nach "klassischen" antiinfektiven Naturstoffen, mit besonderem Fokus auf hydrophile Verbindungen.

In diesem Projekt arbeiten wir mit der bekannten Tübinger Actinomyceten-Stammsammlung als Grundlage für unser Screening. Nach einem ersten Bioaktivitätsscreening wurden vielversprechende Stämme detailliert analysiert, um schließlich die bioaktiven Verbindungen zu isolieren. Deren genaue Charakterisierung (Strukturaufklärung, Biosynthese) stellt dann das finale Ziel dieses Projektes dar.

Das Projekt wird vom DZIF finanziell unterstützt und von Nico Ortlieb bearbeitet.

Kooperationen:

  • Prof. Dr. Heike Brötz-Oesterhelt; Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin, Universität Tübingen
  • Prof. Dr. Harald Groß; Institut für Pharmazeutische Biologie, Universität Tübingen
  • Dr. Steffen Lüdeke; Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Universität Freiburg

Abgeschlossene Projekte

Antiinfektiva aus Actinomyceten der Atacama-Wüste

Die Atacamawüste in Chile ist die älteste und trockenste Wüste der Erde. Unser Kooperationspartner Prof. M. Goodfellow von der Newcastle University, GB,  hat etwa 300 Actinomycetenstämme aus extrem hyperariden und salinen Habitaten isoliert. Diese Stämme, von denen viel zu den sogenannten seltenen Actinomyceten-Gattungen gehören, wurden auf die Produktion neuartiger Sekundärmetabolite untersucht. Parallel zu diesem chemischen Screening wurden die AKtivitäten gegen die Mikroorganismen B. subtilis, S. aureus, E. coli, P. fluorescens und S. cerevisiae geprüft. Aus den Stämmen konnten einige interessante Naturstoffe isoliert werden, die in zukünftigen Projekten genauer untersucht werden.

Dieses Projekt wurde vom DZIF finanziell unterstützt.

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